Die Sache mit dem Selbstanbau

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Discounter streichen die Wände in den Gemüseabteilungen grün und hängen große Plakate von Wäldern, Wiesen, Feldern und Traktoren auf, mit dem Schriftzug „Heimat“ und „Regional“. Darunter findet man Cherry-Tomaten aus Spanien, die man jetzt auch in einem kleinen Holzkörbchen kaufen kann. Produktnamen beginnen mit „Bio“ und Kräuter gibt es nur noch im Topf zu kaufen. Viele Leute schmücken damit ihre Wohnung oder verschenken lustige Figuren, deren Köpfe mit Samen befüllt sind und nach einer Weile eine Frisur aus Gras heranwächst.
Auch Schaufel und Rechen stehen zum Saisonanfang in einem Aufsteller neben dem Kräuterregal. Das Marketing der Industrie funktioniert und setzt neue Trends.
Gesunde Ernährung ist Trend und das finde ich persönlich wunderbar, doch wie funktioniert das eigentlich richtig? Wer sich gesund ernähren will, legt den Fokus stark auf Obst und Gemüse, um seinen Körper mit Nährwerten und Vitaminen zu versorgen. Doch leider wissen viele nicht, dass nicht jeder Apfel das enthält, was er verspricht.

Im Supermarkt erhältliches Obst und Gemüse hat meist eine weite Reise hinter sich. Trauben aus Chile, Äpfel aus Neuseeland, Tomaten aus Spanien sind keine Seltenheit. Bestimmte Obst- und Gemüsesorten gibt es nicht das ganze Jahr in Deutschland oder das Angebot reicht nicht aus, deswegen kommen sie aus fernen Ländern. Sie werden quasi geerntet bevor sie überhaupt gewachsen sind, werden gekühlt, wochenlang verschifft und dann irgendwo zwischengelagert. Die Temperaturunterschiede auf dieser Reise sind enorm. Von Nährwerten und Vitaminen brauchen wir hier also nicht zu sprechen. Wenn sie dann im Handel angekommen sind, haben sie eine wunderschöne Hülle mit einem undankbaren Kern. Die Belichtung im Supermarkt übernimmt den Rest und stellt das Ganze richtig in Szene.

Wer eine selbst angebaute Tomate mit einer Tomate aus dem Supermarkt vergleicht, wird sofort einen geschmacklichen Unterschied feststellen. Regionale Früchte werden geerntet, wenn sie reif sind und enthalten deswegen viele Nährstoffe. Auch der Geschmack ist intensiver. Das beste daran ist aber, man weiß genau, was man isst! Obst und Gemüse aus fernen Ländern werden oft chemisch behandelt um irgend etwas abzutöten, den Reifegrad zu beeinflussen, die Farbe und Form zu verändern oder z.B. Transportschäden zu vermeiden. Es geht also, wie so oft, um´s Aussehen. Ihr merkt, das Ganze ist recht oberflächlich.

Wer sich also selbst an Obst und Gemüse versuchen will braucht gar nicht mal viel für den Anfang. Es hängt ein bisschen davon ab, was man für Möglichkeiten hat. Wollt ihr im Freien pflanzen oder ein paar Samen auf der Fensterbank begraben? Man kann auch Gewächshäuser bauen oder kaufen. Wichtig ist nur, die richtige Erde zu verwenden, damit ernähren sich quasi eure Sprösslinge. Das Wetter spielt auch eine große Rolle, Kälte ist hierbei euer größter Feind. Es gibt im www einen Kalender für die Aussaat von Gemüse, Kräutern etc. Wenn Ihr euch daran orientiert, kann wenig schief gehen.

Ich habe meine Erfahrungen auf einem Acker gesammelt. Wenn man auf dem Land lebt, kann man sich oft für eine Saison eine Reihe von einem Gemeinde-Acker mieten. So hat man ganz viel Platz und kann sich von seinen Acker-Nachbarn inspirieren lassen. Das geht dann manchmal soweit, dass man eigene Samen gegen andere tauscht ;).

Was Ihr vielleicht noch wissen solltet – so ein Projekt ist mit Arbeit verbunden, aber es lohnt sich, schmeckt gut und macht richtig Spaß.

Solltet Ihr in der Stadt leben, keinen Garten und keinen Platz für Lebewesen in der Wohnung haben oder andere Ausreden vorziehen ;), kauft in Hofläden ein! Ich kenne einen tollen Hofladen in München den ich Euch gerne weiterempfehle. Oder Ihr geht auf den bekannten Markt der mit einem „V“ beginnt. Unterstützt das grüne um Euch herum, die Bauernhöfe und die regionalen Betriebe. Es schmeckt nicht nur gut, sondern ist wirklich gesund.

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2019-01-19T18:06:47+00:00

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